Insolvenzen 2026: mehr Verfahren, kleinere Massen – die Immobilie rückt in den Mittelpunkt

INSOLVENZMAKLER ordnet die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ein: Die Zahl der Verfahren steigt, das Forderungsvolumen ist um rund 40 Prozent gesunken. Für Insolvenzverwalter verschiebt das die Gewichte innerhalb der Masse.

Wiesbaden, 3. September 2026 — Von Januar bis Mai 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 10.546 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Forderungen der Gläubiger aus diesen Verfahren beziffert das Statistische Bundesamt auf rund 15,4 Milliarden Euro — nach rund 25,7 Milliarden im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mehr Verfahren also, bei deutlich weniger Volumen je Verfahren.

Destatis nennt dafür einen klaren Grund: In den ersten fünf Monaten 2025 hatten mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz angemeldet als 2026. Der Monatswert für Mai 2026 lag mit 1.995 beantragten Verfahren sogar 2,0 Prozent unter dem Vorjahresmonat — nach dem Februar (minus 1,0 Prozent) der zweite Rückgang des Jahres. Der Trend über das Jahr zeigt trotzdem nach oben.

Woher die Verfahren kommen, zeigt die Insolvenzhäufigkeit. Auf 10.000 Unternehmen entfielen von Januar bis Mai 2026 bundesweit 29,8 Verfahren. An der Spitze steht der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 57,2 Fällen, es folgen das Gastgewerbe mit 49,2 und das Baugewerbe mit 44,0 — der Spitzenwert liegt damit fast beim Doppelten des Durchschnitts. Alle drei Branchen sind stark immobiliengebunden: Speditionshöfe und Lagerhallen, Hotel- und Gastronomieobjekte, Bauhöfe und angefangene Projekte.

Für die Verwertung verschiebt das die Gewichte. Je kleiner die Masse, desto größer der Anteil, den ein einzelnes Grundstück oder Gebäude daran ausmacht — und desto stärker schlägt die Zeit, die seine Verwertung bindet, auf die Verfahrenskosten durch. In vielen Fällen lässt sich freihändig ein Erlös nahe am Marktwert erzielen, während der Zuschlag in der Zwangsversteigerung häufig darunter liegt.

„Ein kleines Verfahren verzeiht weniger. Wenn die Immobilie den größten Posten der Masse stellt, entscheidet der Verwertungsweg über das Ergebnis — und über die Zeit, die das Verfahren bindet“, sagt Claudio Bonelli, Geschäftsführer von INSOLVENZMAKLER. „Wir übernehmen Vermarktung und Abwicklung und begleiten den Verwalter dabei; rechtliche und steuerliche Fragen bleiben bei den zuständigen Berufsträgern, auf die wir bei Bedarf hinweisen.“

Ein methodischer Hinweis gehört dazu: Anträge fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein, der tatsächliche Antragszeitpunkt liegt nach Angaben von Destatis in vielen Fällen rund drei Monate davor. Die Mai-Zahlen bilden damit im Wesentlichen das Frühjahr ab.

Wie sich diese bundesweite Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet niederschlägt, ordnet der Marktbericht 2026 – Insolvenz & Zwangsversteigerung Rhein-Main mit allen regionalen Zahlen und Quellen ein.

Quelle der bundesweiten Zahlen: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 288 vom 14. August 2026.

Über INSOLVENZMAKLER

INSOLVENZMAKLER ist die auf die Verwertung von Immobilien aus Insolvenzen, Sondersituationen und finanziellen Notlagen spezialisierte Marke der GRUNDUM Immobilien GmbH in Wiesbaden. Das Unternehmen begleitet Insolvenzverwalter, Banken und Eigentümer im Rhein-Main-Gebiet bei der marktgerechten, diskreten Vermarktung – von der Bewertung bis zur Abwicklung.

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